Wirbt ein Online-Vergleichsportal mit „objektiven Preisvergleichen“, kann es sich hierbei um irreführende Werbung handeln. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Portal nur Anbieter berücksichtigt, von denen es eine Provision erhält, diesen Umstand jedoch nicht deutlich macht.

Das Oberlandesgericht Hamburg hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem ein Vergleichsrechnerportal einen Versicherungsvergleich anbot. Hierbei warb das Portal mit einem transparenten und objektiven Vergleich. Es wurden allerdings nur Tarife der 14 Versicherer aufgeführt, mit welchen Provisionsvereinbarungen bestanden. Auf diese Vorselektion wurde seitens der Betreiber nicht hingewiesen.

Zunächst stellte das Gericht fest, dass eine mögliche Irreführung aus Sicht eines durchschnittlich informierten und verständigen Verbrauchers zu beurteilen sei, welcher der Werbung eine der Situation angemessene Aufmerksamkeit widme. Auch die angesprochenen Verkehrskreise seien dabei zu berücksichtigen.

Im vorliegenden Fall könne der Verbraucher eine unparteiische und unbeeinflusste Auflistung der Angebote erwarten. Er muss vor allem nicht mit einer Vorauswahl seitens der Portalbetreiber rechnen. Der Adressatenkreis gehe vielmehr von einem nahezu umfassenden Marktüberblick aus. Insofern sei die Werbeaussage „objektive Preisvergleiche“ irreführend.

Folglich sollten Betreiber deutliche Hinweise auf eine Beschränkung der angezeigten Angebote geben.