Wie der Europäische Gerichtshof kürzlich entschied, ist der vorgeschriebene Ruhetag nur innerhalb der sieben Tage zu gewähren, also nicht zwangsläufig am Ende dieser Tage. Damit ist es möglich, den Ruhetag auch an den Anfang der sieben Tage zu legen, sodass es dazu kommen kann, dass zwölf Tage am Stück gearbeitet wird.

Zur Begründung der Entscheidung folgte eine Auslegung der europäischen Arbeitszeitrichtlinie. Aus dem Wortlaut der Richtlinie ergebe sich bloß, dass innerhalb eines Siebentageszeitraumes eine Ruhezeit von 24 Stunden vorgesehen werden müsse. Wann diese gewährt werden muss, ist nicht geregelt und bleibt somit dem Arbeitgeber überlassen. Dem stehe auch das Ziel, Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer wirksam zu schützen, nicht entgegen.

Kritiker der Entscheidung werfen die Frage auf, ob es der Gesundheit nicht dienlicher sei, nach jedem Sechstageszeitraum eine Ruhephase einzulegen. Zudem sieht die Europäische Grundrechtecharta einen Anspruch auf wöchentliche Ruhezeit vor, auf den der EuGH nicht weiter eingegangen ist. Es bleibt abzuwarten, welche Folgen die Entscheidung nach sich ziehen wird.