Kommt die Ware nicht an, können Paypal-Kunden den Käuferschutz in Anspruch nehmen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs stärkt nun die Rechte der Verkäufer in solchen und weiteren Fällen. Wenn Paypal den gezahlten Kaufpreis zurückbucht, kann der Verkäufer neuerdings den Betrag erneut vom Käufer fordern.

Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass der Kaufpreis wieder fällig werde, wenn er zurückgefordert wurde. Mit der einvernehmlichen Verwendung des Paypal-Bezahlsystems haben die Vertragspartner stillschweigend vereinbart, dass der Kaufpreisanspruch im Falle einer Rückbelastung des Verkäufer-Kontos wieder auflebe. Zu diesem Ergebnis kommt der BGH im Wege der interessengerechten Vertragsauslegung.

Für viele Verbraucher erlischt mit diesem Urteil der wesentliche Vorteil des Bezahlsystems. Der Käufer erhält den Kaufpreis zwar auch in Zukunft zurück, sieht sich jedoch dann mit einer erneuten Kaufpreisforderung des Verkäufers konfrontiert. Dies ist für einige Verbraucher sicherlich eine überraschende Entscheidung.