Eine deliktische Handlung kann begehen, wer keine Erlaubnis aller Kontaktpersonen aus dem Telefon-Adressbuch eingeholt hat, jedoch durch die Nutzung von WhatsApp die andauernde Weitergabe dieser Daten zulässt.

Dies geht aus einem Beschluss des Amtsgerichts Bad Hersfeld hervor, das folgenden Fall zu beurteilen hatte: Ein 10 jähriges Kind nutzte WhatsApp, ohne die 11 Kontakte im Adressbuch des Mobiltelefons um eine Einwilligung gebeten zu haben. Das Kind sowie dessen Mutter gaben an, die AGB nicht gelesen zu haben und sich mit den technischen Hintergründen nicht weiter beschäftigt zu haben. Das Familiengericht erteilte der Mutter daraufhin mehrere Auflagen. Zum einen hat die Mutter die schriftlichen Einverständniserklärungen der 11 Kontakte zur Weitergabe der Daten nachzuweisen, zum anderen soll sie sich monatlich zu Themen in diesem Bereich weiterbilden. Außerdem verlangte das Gericht die monatliche Überprüfung des Smartphones auf neue Kontakte, die weitere Zustimmungserklärungen erforderlich machen.

Begründet wurde dies mit einer Gefahr für das Vermögen des Kindes. Eine solche bestehe, da es zu kostenpflichtigen Abmahnungen gegen das Kind aufgrund der unbefugten Weitergabe der Adressbuchdaten kommen könne. Auch eine konkludente Einwilligung der Betroffenen schloss das Gericht aus, da es in der Regel an einem Erklärungsbewusstsein fehle.

Aus anwaltlicher Sicht wird eine Vermögensgefährdung als kaum realistisch betrachtet, da eine Abmahnung von Verbrauchern bezüglich der Datenweitergabe an WhatsApp bisher noch nicht bekannt geworden ist. Auch die Einholung von schriftlichen Zustimmungsbedingungen aller Adressbuchkontakte erscheint lebensfremd.