Laut Oberlandesgericht Celle muss der werbliche Charakter eines finanzierten Beitrags in sozialen Netzwerken sofort erkennbar sein. Dies sei nicht der Fall, wenn Werbung in sozialen Netzwerken durch den Hashtag #ad in einer Liste von Hashtags gekennzeichnet ist.

Im zugrundeliegenden Fall hatte sich der Nutzer eines sozialen Netzwerks von einer Drogerie dafür bezahlen lassen, auf die Rabattaktionen dieser aufmerksam zu machen. Der Hashtag #ad wurde an zweite Stelle von insgesamt sechs Hashtags gesetzt, um die Werbung zu kennzeichnen. Dies genügt nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht. Es sei unwahrscheinlich, dass eine durchschnittliche Person der Zielgruppe den Hashtag zur Kenntnis nehme.

Insgesamt sei zweifelhaft, ob ein Hashtag am Ende eines Beitrages überhaupt Beachtung finde. Das gelte auch dann, wenn der Hashtag farblich hervorgehoben werde. Es sei laut Oberlandesgericht vielmehr erforderlich, dass der kommerzielle Charakter des Beitrags unzweifelhaft erkennbar sei. Dabei ist auf ein durchschnittliches Mitglied des angestrebten Verbraucherkreises abzustellen.