Einige gängige Vorurteile über MediationDie Akzeptanz und letztendlich der Einsatz von Wirtschaftsmediation hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Wenn auch deutlich seltener als noch vor einigen Jahren führen Desinformationen, Vorurteile und Widerstände zu einem falschen Verständnis von Chancen und Anwendungen der Wirtschaftsmediation.Im Folgenden sind einige, immer wiederkehrende Vorurteile und deren Hintergründe genannt. Mediation ist nur etwas für Großkonzerne und finanzkräftige Unternehmen! Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen, die oftmals sehr familiär geprägt sind ist Mediation eine Chance, langwierige, teure und eventuell existenzgefährdende Auseinandersetzungen zu vermeiden. Die Kosten eines Mediationsverfahrens stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand des Mediators! Mediation ist eine professionelle Konfliktlösungsmethode, die, seriös betrieben, eine fundierte wissenschaftliche und praktische Ausbildung erfordert. Mediation ist eine Art Therapie und daher nur für familienrechtliche Auseinandersetzungen geeignet! Mediation ist ausdrücklich keine Therapie. Richtig ist zwar, dass sich Mediation zunächst in familienrechtlichen Konflikten etabliert hat, dort aber keinen therapeutischen Ansatz verfolgt. Mediation will und kann auch nicht psychische Störungen oder soziale Beziehungen -ob in Ehe oder Beruf- therapeutisch behandeln. Dies bedeutet allerdings nicht, dass der Mediator nicht über psychologische Grundkenntnisse verfügen sollte, um das Verhalten von Menschen, die Zusammenhänge und Hintergründe erfassen zu können und dieses Wissen sinnvoll einzusetzen. Mediation ist kein ernsthaftes Verfahren, um seine eigenen Interessen durchzu-setzen, sondern eine "überflüssige Plauderstunde" ohne konkretes Ergebnis. Mediation ist eine professionelle Konfliktlösungsmethode, bei der eine zu erzielende Einigung im Mittelpunkt steht. Damit die Lösungsfindung nicht "aus den Fugen gerät", gibt der Mediator den Verhandlungsrahmen vor und strukturiert den Ablauf. Dass das Verfahren als seriöse Alternative anerkannt ist, beweist ein Blick in die USA. Dort haben große Konzerne wie z.B. Motorola nach Schulungen ihrer Mitarbeiter in Mediation die Prozesskosten um jährlich bis zu 75 % gesenkt. Mediation beinhaltet im Prinzip ein Feilschen um die einzelnen Positionen und unterscheidet sich damit nicht von anderen außergerichtlichen Konfliktlösungsmethoden! Gerade darin unterscheidet sich Mediation nicht selten zu anderen auch außergericht-lichen Konfliktlösungen, wie z.B. Vergleichsverhandlungen. Bei der Mediation steht das Interesse hinter oft vorgeschobenen Positionen im Vordergrund. Sind diese erkannt, eröffnen sich unter Umständen völlig neue Lösungsoptionen außerhalb eines unkonstruktiven Feilschens. Konflikte können nicht im Konsens gelöst werden, mit der Folge, dass es zwei Gewinner gibt. Einer wird immer der Verlierer sein! In der Mediation wird versucht, für beide Seiten befriedigende Lösungen zu entwickeln. Bei gerichtlichen Verfahren hingegen kommt es nicht selten vor, dass selbst der vermeindliche Prozessgewinner mit dem Urteil unzufrieden ist, weil er z.B. neue Auseindersetzungen fürchtet, das Verhältnis zum ehemaligen Prozessgegner belastet ist oder aber, weil er z.B. aufgrund des Prozesses einen wichtigen Geschäftspartner verloren hat. Mediation haben Anwälte, Richter oder aber auch Berater immer schon betrie-ben. Hierfür bedarf es nicht eigens einem ausgebildeten Mediator! Tatsache ist, dass Mediation, soll sie professionell betrieben werden und Erfolg haben, eine fundierte Ausbildung voraussetzt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es nicht auch viele hervorragende, in Mediation geschulte Anwälte oder Berater gibt. |



